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Musiktheater | Henri Pousseur

VOTRE FAUST
Variable Oper 
von Henri Pousseur (Komposition) und Michel Butor (Text)

Vorstellungen in Berlin: 
Freitag, 30. und Samstag, 31. März 2013 und Sonntag, 1. April 2013, jeweils 19:00 Uhr

Radialsystem V
Holzmarktstraße 33
D - 10243 Berlin 

Vorstellungen in Basel:
Freitag, 8. November und Samstag, 9. November 2013, jeweils 19:30 Uhr

Theater Basel: Schauspielhaus
Steinentorstrasse 7
CH - 4051 Basel

Das Theater Basel zeigte das selten zu sehende Werk ... – eine Grosstat... Im Gedächtnis haften bleibt indes die Begegnung mit einem Schlüsselwerk der Postmoderne..., das nun endlich ins feste Repertoire der Opernhäuser gehörte, genause wie die «Soldaten» von Bernd Alois Zimmermann. (Neue Zürcher Zeitung, 11.11.2013)

Radikaler geht es nicht, man darf hoffen, dass sich dieses große Stück Musiktheater endlich durchsetzt. Und dann auch in Berlin nicht nur für drei Tage zu sehen ist. (taz.die tageszeitung, 2.4.2013)


Henri Pousseur
Votre Faust | Franz Rogowski © Sebastian Bolesch

Komposition Henri Pousseur
Text Michel Butor
Musikalische Leitung, Gesamtleitung Gerhardt Müller-Goldboom
Regie Aliénor Dauchez
Gesang Lydia Brotherton, Kerstin Stöcker, Kai-Uwe Fahnert und Martin Schubach (Vocalconsort Berlin)
Schauspiel Julia Reznik, Meridian Winterberg, Franz Rogowski, Peter von Strombeck und Peter Sura
Orchester work in progress - Berlin
Bühne Aliénor Dauchez, Georges Delnon und Michael E. Kleine
Einzelszenenbilder Niklas Binzberger, Stefan Träger und Till Wittwer
Kostüme Miriam Marto
Licht Jörg Bittner
Dramaturgie Janine Ortiz

Aufführung in deutscher Sprache - Übersetzung: Helmut Scheffel - Dauer: ca. 3 Stunden


Die Berliner Premiere dieser Neuproduktion von "Votre Faust" fand am 30. März 2013 im Berliner Radialsystem statt.

Erstmalig war "Votre Faust", die 1969 uraufgeführte "variable Oper" des belgischen Komponisten Henri Pousseur und seines französischen Librettisten Michel Butor, in Berlin und Basel mit all ihren bisher ungezeigten Facetten zu erleben. In dieser aktualisierten Faust-Version geht der junge Komponist Henri einen Pakt mit einem diabolischen Theaterdirektor ein. Eine neue Oper soll entstehen, einzige Bedingung: Es muss ein Faust sein. Über den Fortgang von Musik und Handlung entscheidet das Publikum. Rettet es die Kunst oder den Künstler? Gibt es ein privates Glück für Henri oder ein neues Meisterwerk? Aber Vorsicht: Gespielt wird nach den Regeln des Teufels.

Henri Pousseur und Michel Butor reflektieren auf fulminante und amüsante Weise das Genre Oper in seinem Beziehungsgeflecht zwischen künstlerischem Anspruch, ökonomischer Zwangslage und einem kapriziösen Publikumsgeschmack. Sie spielen mit biographischen Selbstreflexionen ebenso wie mit Zitaten aus Literatur und Musik. "Eines der wichtigsten Werke der Nachkriegszeit", schreibt 1969 Der Spiegel.

Dirigent Gerhardt Müller-Goldboom, der komplexeste neue Partituren in sinnliche Klang-Erlebnisse verwandelt, das Ensemble für Gegenwartsmusik, work in progress - Berlin, sowie das Vocalconsort Berlin setzen mit "Votre Faust" ihre erfolgreiche Zusammenarbeit im RADIALSYSTEM V fort. Regie führen Aliénor Dauchez und der Intendant des Baseler Theaters, Georges Delnon. Sie vereinen in ihrer Inszenierung Musiker, Sänger, Schauspieler und Publikum auf einem Jahrmarkt, dem Ort der ultimativen Unterhaltung. Drei bildendende Künstler wurden beauftragt, die Buden zu gestalten.


Henri Pousseur (rechts) und Michel Butor © Denis und Marianne Pousseur


Biografien

Henri Pousseur (1929 bis 2009): Nach seinem Studium in Lüttich arbeitet Pousseur dort zunächst als Kirchenorganist, pilgert aber schon bald ins Mekka der Moderne, zu den Ferienkursen für Neue Musik nach Darmstadt. Der Austausch mit den damaligen Freunden Pierre Boulez und Karlheinz Stockhausen prägt ihn ebenso wie Forschungen an den Elektronischen Studios Mailand und Köln. Später unterrichtet er in Basel, Buffalo und Lüttich, wo er von 1975 bis 1995 das Konservatorium leitet. Bis zu seinem Tod entstehen etwa 150 Werke verschiedener Größe, Gattung und Besetzung. www.henripousseur.net

Michel Butor, 1926 in der Nähe von Lille geboren, gehört in seiner Anfangszeit als Schriftsteller zusammen mit Alain Robbe-Grillet zu den sprachgewaltigsten Wegbereitern des "nouveau roman". Er studiert Philosophie an der Pariser Sorbonne. Zunächst ist er als Französischlehrer in Ägypten, England und Griechenland tätig, später wird er Lektor bei Gallimard. Ab etwa 1960 entwickelt er einen eigenen, unabhängigen Stil und beginnt seine Zusammenarbeit mit Henri Pousseur. Von 1975 bis 1991 lehrt er als Professor an der Universität Genf Französische Literatur.

Gerhardt Müller-Goldboom ist international als Komponist und Dirigent tätig. 1988 gründet er work in progress - Berlin, ein Ensemble für Gegenwartsmusik, das er bis heute leitet. Er studierte Komposition, Musikwissenschaft und Kontrabass in Berlin und assistierte Kent Nagano bei Opernproduktionen in Baden-Baden, Paris und Tokio. Als Komponist ist er regelmäßiger Gast bei renommierten Festivals Neuer Musik u.a. bei novembermusic in s'Hertogenbosch, Experimental Intermedia Studio New York, Maerzmusik und Ultraschall in Berlin. Als Dirigent arbeitet er u.a. mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, dem Ensemble of the 21st Century Jerusalem und dem Collegium novum Zürich. "Votre Faust" ist die zweite Kooperation mit dem RADIALSYSTEM V: 2010 dirigierte er die Produktion und CD-Ersteinspielung "...22,13..." von Mark Andre. www.mueller-goldboom.de

Aliénor Dauchez ist Regisseurin, Bühnenbildnerin und bildende Künstlerin. Sie studiert Ingenieurwesen für Stadtsysteme und bildende Kunst bei Christiane Möbus, Giuseppe Penone und Gregor Schneider in Paris und Berlin. Sie inszeniert u.a. mit dem Solistenensemble Kaleidoskop, sowie im Harpa Reykjavik und im Concertgebouw Brügge. Als Bühnenbildnerin arbeitet sie mit Regisseur Alexander Charim und Choreograph Philip Bergmann, in München, Salzburg und Madrid. Ihre Performances präsentiert sie in Sankt Petersburg, Moskau und Lyon. www.alienordauchez.com

Georges Delnon ist international als Opernregisseur tätig und leitet derzeit das Theater Basel sowie die Schwetzinger SWR Festspiele. Er studiert Kunstgeschichte und Komposition in Paris und Fribourg. 1985 war er Mitbegründer des Atelier 20, einer Gruppe für zeitgenössisches Theater und Musik in Bern. Nach Leitungsaufgaben in Koblenz und Mainz ist er seit 2006 Direktor des Dreispartenhauses in Basel. Für seine Arbeit erhält er bei der jährlichen Kritikerumfrage des Fachmagazins Opernwelt 2009 und 2010 die Auszeichnung "Opernhaus des Jahres".  www.theater-basel.ch

Miriam Marto wurde 1981 in Tübingen geboren. Ihr Modedesignstudium absolvierte sie an der Hochschule für Gestaltung in Pforzheim. 2007-2009 folgten Modeassistenzen bei BLESS und LUTZ in Paris. 2009-2010 arbeitete sie als Kostümassistentin an der Schaubühne am Lehniner Platz in Berlin u.a. mit den Regisseuren Thomas Ostermeier und Marius von Mayenburg. Als Kostümbildnerin arbeitete sie u.a. für Bruce LaBruce, Mikaël Serre, dem Solistenensemble Kaleidoskop, Züli Aladağ, Mıraz Bezar, Hans-Werner Kroesinger, Hakan Savaş Mican, Nevin Aladağ, Magda Korsinsky, Milla Koistinen und Moritz Riesewieck.


Das 2003 gegründete Vocalconsort Berlin ist auf die Musik des Barock und Frühbarock spezialisiert, widmet sich aber auch der Romantik sowie zeitgenössischer Musik. In der Besetzung variabel, ist das Ensemble sowohl in Konzerten als auch szenisch und auf der Opernbühne präsent. Das Vocalconsort Berlin wirkte mit u.a. bei Produktionen von Luc Perceval, Barry Kosky und Sasha Waltz: Dido & Aeneas (2005), Medea (2007), Dialoge 09 - Neues Museum (2009), Passion (2010) und Matsukaze (2011). Das Vocalconsort Berlin gastiert bei internationalen Festivals, in renommierten Konzertsälen und arbeitet mit Orchestern wie der Accademia Bizantina, der Akademie für Alte Musik Berlin, dem Kammerorchester Basel, der musikFabrik sowie dem Sharoun-Ensemble zusammen. Dirigenten wie Marcus Creed, René Jacobs, Daniel Reuss, Gary Cooper prägen die Geschichte des Ensembles maßgeblich. www.vocalconsort-berlin.de

work in progress - Berlin: Seit seiner Gründung 1988 konnte sich das Ensemble für Gegenwartsmusik international einen Namen machen und zahlreiche Ur- und Wiederaufführungen bedeutender Werke realisieren. Mit Neuentdeckungen wurden dabei auch bedeutende Akzente für die Wahrnehmung einzelner Komponisten in der Öffentlichkeit gesetzt. Die Musiker arbeiten dabei mit einer Vielzahl von Komponisten zusammen u.a. mit Helmut Lachenmann, Jakob Ullmann, Rolf Riehm und Hans-Joachim Hespos. In jüngster Zeit sind Michael-Edward Edgerton, Alex Nowitz, Clara Maïda, Sylvia Fómina oder Philipp Maintz zu nennen. Seit 2005 ist work in progress - Berlin auch im Bereich Musiktheater tätig z.B. bei Produktionen mit Werken Sylvano Bussottis und Mark Andres.

Pressekontakt work in progress - Berlin 

Felix Schnieder-Henninger, felixschnieder@t-online.de, 0163 - 251 515 0

 

Eine Koproduktion von work in progress - Berlin mit Theater Basel, in Zusammenarbeit mit RADIALSYSTEM V. Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes.

Gefördert durch die

Mit freundlicher Unterstützung durch

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