Ensemble


Das Ensemble work in progress - Berlin startete seine derzeitigen Aktivitäten 2004 mit einem neuen Kreis von Musikern. In veränderter Arbeits- und Organisationsstruktur knüpft es inhaltlich an die Tätigkeit des gleichnamigen Ensembles an, das von 1991 - 1997 ebenfalls unter der musikalischen Leitung von Gerhardt Müller-Goldboom eine eigene Konzertreihe im Kammermusiksaal der Philharmonie bespielte und für seine exemplarischen Interpretationen schnell überregionale Anerkennung fand.

Zahlreiche Uraufführungen standen ebenso auf den Programmen wie Wiederaufführungen wichtiger Werke der Gegenwartsmusik und wurden in Zusammenarbeit mit den Komponisten studiert. Unter anderen waren Gäste des Ensembles Helmut Lachenmann, Peter Ablinger, Jakob Ullmann, Hans-Joachim Hespos, Georg-Friedrich Haas, Hanspeter Kyburz, Isabel Mundry, Mayako Kubo, Edison Denissow, Julio Estrada, Rolf Riehm, Helmut Zapf und Gösta Neuwirth.

Neben der Konzerttätigkeit in Berlin gab das Ensemble eine große Zahl von Konzerten im europäischen Ausland, von denen vielleicht ein Auftreten als Gastensemble des Klangforums Wien, die Mitwirkung bei den Zürcher Tagen für Neue Musik oder die Aufführung von Boulez le marteau sans maître in Paris besonders zu erwähnen sind. Außerdem gab es eine intensive Zusammenarbeit auch mit Künstlern anderer Medien, etwa dem Tanztheater im Hebbel-Theater oder mit Bildenden Künstlern wie der live transmission mit der New Yorker Künstlerin Morgan O'Hara im Museum Hamburger Bahnhof. Nachdem Gerhardt Müller-Goldboom die Ensembleleitung niedergelegt hatte, um sich besonders auf das Komponieren zu konzentrieren, gab es bis zu der neuen Initiative 2004 zunächst keine Aktivitäten.

Mit einem völlig neuen Musikerstamm, der nunmehr ausschließlich aus Freischaffenden besteht, wurde 2004 u.a. mit der Uraufführung eines Werkes von Philipp Maintz im Quartier Aldo Rossi die Konzerttätigkeit mit positiver öffentlicher Resonanz wiederaufgenommen. Die Programmatik ist erneut dem Aufspüren aktueller Tendenzen des musikalischen Denkens und dem Aufführen wichtiger Werke der jüngeren Vergangenheit gewidmet, die nur so nach und nach Eingang in allgemeines Repertoire finden können.

Seit 2005 ist work in progress - Berlin auch im Bereich des Musiktheaters tätig. Nach drei Produktionen mit Werken Sylvano Bussottis (La Passion selon Sade, Silvano Sylvano, Pièces de chair II) im Werner-Otto-Saal des Konzerthauses Berlin hatte insbesondere die Produktion von Mark Andres „...22,13...” im RADIALSYSTEM V (2010) einen Erfolg, der weit über Berlin hinaus Resonanz fand. Aktuell wird in Koproduktion mit dem Theater Basel Henri Pousseurs „Votre Faust” vorbereitet (Premiere 30. März 2013 im Radialsystem V Berlin).

Neben einer über mehrere Projekte angelegten Zusammenarbeit mit Mark Andre waren in der letzten Zeit Christfried Schmidt, Michael-Edward Edgerton, Alex Nowitz, Clara Maïda, Sylvia Fómina, Anno Schreier, Philipp Maintz und Caspar de Gelmini Gäste des Ensembles. 2011 ist Jakub Sarwas Gastkomponist.

Als häufiger Spielort für eine Konzerttätigkeit, die besonders die Verflechtung gegenwärtiger Musik mit anderen Künsten reflektiert, fungiert die Berlinische Galerie, wo das Ensemble im 2007 sein Scelsi-Projekt vorstellte, 2008 im Rahmen der Vedova-Retrospektive ein vielbeachtetes Konzert mit Werken von Luigi Nono gab und 2010 ein Portraitkonzert Sylvia Fóminas realisierte. Im Herbst 2006 richtete work in progress - Berlin in der Villa Elisabeth einen monatlichen Jour fixe ein. Ziel dieser kommunikativen Veranstaltungen mit Amuse-Gueules Neuer Musik ist insbesondere die Förderung des Zugangs zur Gegenwartsmusik für eine größere Öffentlichkeit und der Ausbau des bestehenden Freundes- und Unterstützerkreises. Die Jours fixes fanden seit November 2007 nacheinander an verschiedenen Spielstätten in der Stadt statt und werden als Amuse-Gueules Neuer Musik ab Oktober 2010 im RADIALSYSTEM V als fester Spielstätte fortgesetzt.


Die MusikerInnen von work in progress - Berlin


Flöte Katrin Plümer
Oboe Peter Michel
Klarinette Matthias Badczong
Fagott Heidi Mockert
Trompete n. n.
Posaune Florian Juncker
Horn Aki Yamauchi
Tuba n. n.
Schlagzeug Ewa Korolczyk
Harfe Magdalena Zimmerer
Klavier Pavlos Antoniadis
Violine Kathrein Allenberg
Violine n. n.
Viola Chang Yun Yoo
Violoncello Marika Gejrot
Kontrabass Oliver Potratz
Dirigent Gerhardt Müller-Goldboom